| 8. Klasse
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| Im Sommer 1942 bildete sich in München die
Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose", der auch die Geschwister Hans und Sophie Scholl angehörten; unter Lebensgefahr druckten und verteilten sie Flugblätter, auf denen sie zum Widerstand gegen das Unrechtsregime aufriefen. Im Herbst desselben Jahres schrieb Sophie Scholl, einundzwanzigjährig, einer Freundin in einem Brief: "Die roten Dahlien am weißen Gartentor, die hohen ernsten Tannen und die zitternden goldbehangenen Birken mit ihren leuchtenden Stämmen vor all dem grünen und rostfarbenem Laubwerk, die goldene Sonne, die die leuchtende Farbkraft eines jeden einzelnen Dinges noch erhöht..., alles ist so zum Staunen schön..., trotz des Schrecklichen, das geschieht. In meine bloße Freude an allem Schönen hat sich etwas großes Unbekanntes gedrängt, eine Ahnung nämlich von seinem Schöpfer, den die unschuldigen erschaffenen Kreaturen mit ihrer Schönheit preisen. - Deshalb eigentlich kann nur der Mensch häßlich sein, weil er den freien Willen hat, sich von diesem Lobgesang abzusondern. Und jetzt könnte man oftmals meinen, er brächte es fertig, diesen Gesang zu überbrüllen mit Kanonendonner und Flüchen und Lästern. Doch dies ist mir im letzten Frühling aufgegangen, er kann es nicht, und ich will versuchen, mich auf die Seite der Sieger zu schlagen." (Nach: Hans und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen) |
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| Welch lebendiger Anblick: der blauschimmernde, vom Windhauch bewegte, glitzernde See! Doch flüchtig und unbestimmt ist das Spiel der Wellen, nirgends findet der über die Oberfläche dahingleitende Blick Halt.- Nur wenn der See still ruht, kann selbstlos er zum Spiegel werden, kann er das tiefe Bild der in der Himmelsbläue dahinziehenden Wolken empfangen. |
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| Der Amerikaner Edgar Mitchell, der 1971 mit einer Raumfähre den Mond umkreiste und dabei einen Erdaufgang beobachten konnte, schilderte dieses Erlebnis so: "Plötzlich tauchte hinter dem Rand des Mondes in langen und langsamen Momenten von grenzenloser Majestät ein funkelndes blaues und weißes Juwel auf, eine helle, zarte, himmelblaue Kugel, von langsam wirbelnden, weißen Schleiern umgeben. Allmählich steigt sie empor, wie eine kleine Perle in einem dunklen Meer, geheimnisvoll und unergründlich: die Erde, unsere Heimat!" - "Dieses schöne, warme, lebende Wesen", so schilderte der amerikanische Astronaut James Irwin den Anblick der Erde vom Weltraum aus, "sah so zerbrechlich, so zart aus, als ob es zerbröseln würde, wenn man es nur mit dem Finger anstieße. Ein solcher Anblick muß einen Menschen einfach verändern, muß bewirken, daß er das Schöpfungswerk und die Liebe Gottes dankbar anerkennt. (Nach: Kevin W. Kelley, Der Heimatplanet) |
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| Ich erwache. Mich noch einen Augenblick besinnend, stelle ich mir vor, wie jetzt, in diesem Augenblick in Kamerun ein Mädchen meines Alters aufsteht, wie es - nachdem es sein karges Frühstück verzehrt hat - aufs Hirsefeld hinausgehen wird, um unter sengender Sonne den ausgedörrten Boden zu hacken. Ich stehe auf, in dankbarer Erwartung dessen, |
| © by Ludger Helming-Jacoby Aus dem Buch: Ludger Helming-Jacoby Zeugnissprüche und Sprüche aus dem Hauptunterricht einer Waldorfschule Flensburger Hefte Verlag ISBN 3-926841-95-8 Wegen der kleinen Auflage bitten Autor und Verlag, das Copyright zu respektieren und das Buch bei Bedarf zu kaufen! |